Woher Überspannungen kommen
Überspannungen entstehen nicht nur durch direkte Blitzeinschläge. Häufiger sind Einschläge in der Umgebung, die über Strom-, Telefon- oder Antennenleitungen ins Haus wandern. Auch Schaltvorgänge im Netz können kurze Spannungsspitzen verursachen. Moderne Elektronik reagiert darauf empfindlich, besonders Wechselrichter, Heizungssteuerungen und Netzwerktechnik.
Wann er vorgeschrieben ist
Seit der Überarbeitung der Normen DIN VDE 0100-443 und 0100-534 im Jahr 2016 ist Überspannungsschutz bei neuen Anlagen und bei wesentlichen Änderungen in der Regel Pflicht. Wer heute neu baut, einen Zählerschrank erneuert oder eine größere Sanierung plant, bekommt ihn also ohnehin. Für bestehende Anlagen gibt es keine Nachrüstpflicht, sinnvoll ist er trotzdem fast immer.
Typ 1, 2 und 3 einfach erklärt
Überspannungsschutz arbeitet in Stufen. Ein Ableiter vom Typ 1 nimmt große Energien auf, wie sie bei einem Blitzeinschlag in die äußere Blitzschutzanlage oder die Freileitung entstehen. Er gehört an den Hausanschluss, wenn das Gebäude einen Blitzableiter hat oder über eine Freileitung versorgt wird.
Typ 2 sitzt im Verteiler und ist in den meisten Wohnhäusern der wichtigste Baustein. Kombiableiter decken Typ 1 und 2 in einem Gerät ab. Typ 3 schützt einzelne empfindliche Geräte direkt vor Ort, etwa als Steckdosenleiste oder Modul in der Unterputzdose. Er wirkt nur zusammen mit den vorgeschalteten Stufen.

Photovoltaik und Datenleitungen nicht vergessen
Eine PV-Anlage bringt lange Leitungen vom Dach ins Haus, über die Überspannungen besonders leicht eindringen. Je nach Leitungsführung braucht es auf der Gleichstromseite eigene Ableiter. Gleiches gilt für Antennen- und Netzwerkleitungen, die von außen kommen.
Wir prüfen, welche Stufen in Ihrem Haus sinnvoll sind, und bauen den Schutz in den bestehenden Verteiler ein, wenn dort Platz ist. Mehr zu Blitzschutz, Rauchmeldern und Videoüberwachung finden Sie auf unserer Seite zur Sicherheitstechnik.



